- Anzeige -

BAG / KBA: Berufskraftfahrerqualifikationsregister

Mit Umsetzung der sog. Berufskraftfahrerqualifikationsrichtlinie 2003/59/EG im Jahr 2006 war es Lkw- und Busfahrern, die Beförderungen im Güter- oder Personenkraftverkehr durchführen, nicht mehr möglich, ihren Beruf allein auf Grundlage ihrer Fahrerlaubnis auszuüben.

Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und des Umweltschutzes müssen Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer seitdem eine Berufskraftfahrerqualifikation erwerben und diese regelmäßig auffrischen.

Bei der Erlangung der Qualifikation wird zwischen der zu erwerbenden ( beschleunigten) Grundqualifikation und anschließenden Weiterbildungen unterschieden, die alle fünf Jahre durchzuführen sind.

Grundqualifizierung

Grundqualifiziert ist, wer

  1. eine Grundqualifikation durch Ablegung einer theoretischen und praktischen
    Prüfung erlangt hat,
  2. eine Berufsausbildung zum Berufskraftfahrer, zur Fachkraft im Fahrbetrieb
    oder zu einem Beruf absolviert hat, in dem vergleichbare Fertigkeiten
    und Kenntnisse vermittelt werden,
  3. eine Umsteigerprüfung abgelegt hat,
  4. eine beschleunigte Grundqualifikation absolviert hat,
  5. eine Quereinsteigerprüfung abgelegt hat oder
  6. eine Umsteigerprüfung im Rahmen der beschleunigten Grundqualifikation
    abgelegt hat.

Als grundqualifiziert gilt auch, wer von der Besitzstandsregelung nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz erfasst ist.

Weiterbildung

Sind seit der Erlangung der Grundqualifikation, unabhängig von der Form der Erlangung, d.h. auch im Wege des Besitzstandes, fünf Jahre vergangen, so muss eine Weiterbildung abgeschlossen werden, um die Qualifikation aufrecht zu erhalten.

Nachweis der Berufskraftfahrerqualifizierung

Die Qualifizierung wurde in Deutschland bisher durch eine Eintragung der Schlüsselzahl 95 im Führerschein nachgewiesen. Dies führte insbesondere bei sog. „Grenzgängern“, die im Ausland wohnen und im Besitz eines ausländischen Führerscheins sind, die Weiterbildung aber in Deutschland als Beschäftigungsland absolvieren, immer wieder zu Schwierigkeiten.

Daher führte Deutschland zum 23. Mai 2021 zum Nachweis der Qualifikation den Fahrerqualifizierungsnachweis (FQN) ein.

Der FQN löst die bisherige Eintragung der Schlüsselzahl 95 im Führerschein ab.

Berufskraftfahrerqualifikationsregister (BQR)

Zudem nimmt seit dem 23. Mai 2021 das von der EU vorgeschriebene Berufskraftfahrerqualifikationsregister (BQR) seinen Betrieb auf.

Registerführende Behörde ist das KBA. In dem Register werden zunächst die Daten des FQN erfasst.

Sodann werden ab dem 25. Oktober 2021 auch die Qualifikationsmaßnahmen der Berufskraftfahrerinnen und -fahrer gespeichert.

Übermittlung der Daten

Die Übermittlung der Daten zum FQN an das Register erfolgt durch die Fahrerlaubnisbehörden.

Daten zu Qualifikationsmaßnahmen werden durch staatlich anerkannte Ausbildungsstätten bzw. durch die Industrie- und Handelskammern übermittelt.

Übermittlung der Daten durch Ausbildungsstätten

Die Ausbildungsstätte muss für die Ausübung ihrer Tätigkeiten eine staatliche Anerkennung bei einer hierfür zuständigen Behörde im jeweiligen Bundesland beantragen. Diese Behörde teilt dem KBA zukünftig auch die Namen der anerkannten Ausbildungsstätten mit, um eine Zulassung zum Datenübermittlungsverfahren zu ermöglichen.

Mit den Ausbildungsstätten stellen erstmalig private Unternehmen Daten über das Internet in ein Register des KBA ein. Dafür sind besondere technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen erforderlich.

Die Ausbildungsstätten haben sich per ELSTER-Unternehmenszertifikat zu authentifizieren. Danach können die Daten über eine Webanwendung an das BQR übermittelt werden.

Auskunfts- und Kontrollzwecke

Das BQR ist, wie auch die anderen Register des KBA, zu Auskunfts- und Kontrollzwecken eingerichtet worden. Es soll sicherstellen, dass die erforderlichen Qualifikationsmaßnahmen vor der Ausstellung eines FQN absolviert worden sind.

Auskünfte werden an inländische Behörden über das Zentrale Verkehrsinformationssystem (ZEVIS) und an ausländische Behörden in der Europäischen Union über das von der EU für diese Zwecke neu eingerichtete Informationssystem Professional Drivers Network (ProDriveNet) erteilt.

Empfohlene Artikel

Eine Antwort hinterlassen

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

19 + sechs =

- Anzeige -
Anzeige: KCN Antirutschboden

Aktuelle Beiträge

Arbeitssicherheit: Sicher rangieren und verladen

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung registrierte für die Bereiche Betrieblicher Transport und Verladung im Jahr 2020 bundesweit an die 206.000 meldepflichtige und weitere 86 tödliche...

ADR 2023: Änderungen im Gefahrgutrecht–Teil 3

Im Rhythmus von 2 Jahren (alle ungeraden Jahre) werden die Vorschriften für die Beförderung von gefährlichen Gütern auf der Straße geändert beziehungsweise aktualisiert. In dieser...

Ford Trucks auf der IAA TRANSPORTATION: Zukunftsstrategie „Generation – F“

„Loading the Future“ – unter dieses Motto stellte Ford Trucks seinen Auftritt auf der IAA TRANSPORTATION 2022. Das Team von F-Trucks Deutschland war auf...

Mercedes-Benz Trucks: Nachhaltiger Bauverkehr

Mercedes-Benz Trucks präsentiert rein batterie-elektrische Lkw für Bauanwendungen auf der Branchen-Weltleitmesse bauma in München. Ausgewählte Fahrzeuge mit Dieselantrieb für nachhaltigen und sicheren Bauverkehr. Auf der diesjährigen...

DAF XDC und XFC: Baufahrzeuge der neuen Generation

DAF stellt auf der Bauma die neue Generation seiner Baufahrzeuge vor. Der neue DAF XDC und XFC sollen Maßstäbe in Bezug auf Effizienz, Sicherheit...

MAN Truck & Bus: Erste Testfahrten des neuen MAN eTrucks

Der Großserien eTruck von MAN wurde erstmals auf der IAA TRANSPORTATION vor großem Publikum vorgestellt. Der MAN eTruck macht bedeutende Schritte in Richtung Zukunft: Mit...

Mercedes-Benz: Mit 40 Tonnen-eActros-Sattelzug über den Arlbergpass

Mercedes-Benz eActros 300 als Sattelzugmaschine absolviert erfolgreich Tests in den Tiroler Bergen.Teststrecke von 111 Kilometern über Bludenz, Stuben, St. Anton und Lech inklusive dem...