- Anzeige -

SpanSet: Zurr-App statt kniffliger Berechnungen

Die Digitalisierung schreitet in der Logistikbranche rasant voran. Ein Indiz sind die stets griffbereiten Smartphones, die Logistikleitern und Fahrern immer aktuelle Auskünfte erteilen – zum Beispiel über den Stand eines Auftrags, wo es freie Parkplätze gibt und auch darüber, ob die Ladung auf dem Lkw ausreichend gesichert ist.

Zu den Unternehmen, die diesen Trend vorantreiben, gehört die SpanSet GmbH & Co. KG. Bereits 2013 brachte SpanSet eine App zur Berechnung der Ladungssicherung heraus. Die App nimmt den Fahrern knifflige Rechenaufgaben ab, vereinfacht das Winkelmessen und behält die aktuellen Normen und Richtlinien im Blick.

So einfach funktioniert die Zurr-App

Wie hoch die Anzahl der für eine ausreichende Ladungssicherung benötigten Gurte beim Niederzurren ausfallen muss, ermittelt die App anhand verschiedener Parameter. Grundsätzlich ausschlaggebend sind das Ladungsgewicht, der so genannte Gleitreibbeiwert, der Zurrwinkel und die Vorspannfähigkeit (STF) der zur Verfügung stehenden Zurrsysteme. Während sich Angaben zum Gewicht aus den Frachtpapieren entnehmen lassen, muss beim Gleitreibbeiwert sowie beim Zurrwinkel genauer hingeschaut werden. Letzterer kann mit dem eingebauten Winkelmesser ermittelt werden. Ein weiteres Feature ist die Möglichkeit, Lastverteilungspläne und Fotos zu hinterlegen.

  • Wählen Sie zuerst im Menü unter „Einstellungen“ die für Sie maßgebende Norm aus.
  • Klicken Sie dann „Niederzurren“ an und geben Sie die Werte für Ladungsgewicht, Reibbeiwert, Vertikalwinkel und Vorspannkraft des Zurrsystems ein.
  • Den Winkel können Sie entweder per Hand eingeben oder im Menü mit dem Winkelmesser messen. Winkel α unter 30° sollten unbedingt vermieden werden.
  • Nach Eingabe aller gefragten Werte gibt die App die Anzahl der benötigten Zurrgurte an, in diesem Fall 6 Stück.

Zertifizierte Antirutschmatten = 0,6 μ

„Grundsätzlich sollte in der Praxis versucht werden, den Gleitreibbeiwert durch den Einsatz von zertifizierten Antirutschmatten zu erhöhen“, sagt Ralf Schmitz von SpanSet. „Hier gilt die Faustregel: Wird die Ladung zusätzlich durch diese Hilfsmittel gesichert, ist ein Wert von 0,6 μ anzusetzen. Ansonsten muss dieser Wert je nach Materialpaarung – ob Siebdruckplatten auf Holz, Stahl, Papier oder anderen Materialien – im Vorfeld recherchiert werden. Ohne den Einsatz von Antirutschmatten geht der Aufwand für die Ladungssicherung sonst ins Unendliche.“

Das volle Kraftpotenzial der Zurrsysteme beim Niederzurren wird bei einem möglichst steilen Winkel erreicht. Optimal sind 90 bis 83 Grad.

Für die exakte Bestimmung bringt die App einen Winkelmesser mit.

Beim Niederzurren kommt es in der Regel nie zu einer symmetrischen Vorspannkraftverteilung zwischen Fest- und Losende. Diese unterschiedliche Vorspannkraftverteilung wird durch den sogenannten k-Faktor ausgedrückt. In der Berechnung nach DIN EN 12195-1 (2011) wird der k-Faktor mit „2“ eingesetzt. Dies würde einer symmetrischen Vorspannkraftverteilung zwischen Fest- und Losende entsprechen. Der Sicherheitsbeiwert fs relativiert den k-Faktor von „2“ wieder. Der Sicherheitsbeiwert fs ist gleich 1,1 für alle horizontalen Richtungen, ausgenommen bei Straßentransport in Vorwärtsrichtung, wofür fs = 1,25 beträgt. Damit wird die unterschiedliche Vorspannkraftverteilung zwischen Fest- und Losende berücksichtigt.

Ebenfalls in der App voreingestellt ist die Beschleunigung in Fahrtrichtung mit 0,8 g. Diese Bremsbeschleunigung beschreibt das Verhalten der Ladung bei extremer Vollbremsung.

Die Vorspannkraft der Ratsche (STF= Standard Tension Force) kann man dem Etikett des Zurrmittels entnehmen und über einen Schieberegler in der App einstellen. Für die SpanSet-Systeme können bereits vorgegebene STF-Werte angeklickt werden. Natürlich ist auch Diagonalzurren mit der App „berechenbar“.

„Grundsätzlich unterscheidet sich die Berechnung mit der App nicht von der Berechnung mit dem guten, alten Zurrkraft-Controller aus Pappe“, sagt Ralf Schmitz. „Ich hoffe aber, dass die Berechnung der Ladungssicherungsmittel im Fahreralltag durch die App einen höheren Stellenwert erhält. In dem Moment, in dem wir die IT-Affinität des Fahrers ansprechen, haben wir gewonnen, zumal heutzutage alle Fahrer über ein Smartphone oder Tablet verfügen.“

Regelmäßige Aktualisierung

Der Zuspruch lässt sich anhand der Download- Zahlen quantifizieren. Die Zurr-App für Ladungssicherung ist auf rund 56.000 Smartphones installiert. „Die weite Verbreitung unserer App liegt vor allem an dem einfachen Handling“, erläutert Schmitz.

Aber auch Apps sind dem Zahn der Zeit ausgesetzt. Mit dem ersten Release beginnt ein permanenter Verbesserungs- und Innovationsprozess, wie Schmitz weiß: „Unsere App erhält ein Update, sobald sich bei den gesetzlichen Vorschriften etwas ändert oder dringende Bugfixes umgesetzt werden müssen.“

Neben inhaltlichen Anpassungen gibt es technische Faceliftings, damit die Software auf den neuesten Android- und Apple-Geräten läuft.

Jüngst hat die App für Ladungssicherung wieder ein Update erfahren. Bei der Gelegenheit hat SpanSet die Benutzeroberfläche weiter in Richtung „intuitives Bedienen“ optimiert. Eine neue Menüführung vereinfacht das erforderliche Messen von Winkeln.

Polyglott ist die App ohnehin: Neben Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch beherrscht sie weitere Sprachen, die je nach Smartphone- Einstellung automatisch aktiviert werden. Sogar für Australien bietet SpanSet die App gemäß den dort geltenden Normen an. Die App steht im Google Play Store und im App-Store kostenlos zum Download bereit. Mehr Informationen unter www.spanset.com.

Ein Rechenbeispiel

Eine Ladung mit einem Gewicht von 12 Tonnen soll mit Niederzurren gesichert werden. Gefragt ist die notwendige Anzahl der Zurrmittel. Gerechnet wird mit der DIN EN 12195-1:2011.
Die Randbedingungen:

  • m = Ladungsgewicht: 13.000 kg
  • μ = Gleitreibbeiwert: 0,6 (mit Antirutschmatte)
  • sin α = vertikaler Zurrwinkel: 70°
  • Cx = Beschleunigung in Fahrtrichtung: 0,8 g (g = 9,81 m/s²)
  • Cz = Kraft, mit der die Ladung auf die Ladefläche gedrückt wird: 1 g
  • n = Anzahl Zurrgurte: ?

Berechnung nach Formel:

Das Ergebnis der Berechnung nach der Formel: Sie benötigen also 6 Zurrmittel mit einer STF von 500 daN um die Ladung zu sichern.

Sie können sich in der App auch die Formel zu dieser Berechnung anzeigen lassen und erfahren so, welche Rechenwege Ihnen die App erspart hat.

Empfohlene Artikel

Eine Antwort hinterlassen

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

drei × 1 =

- Anzeige -
Anzeige: KCN Antirutschboden

Aktuelle Beiträge

Arbeitssicherheit: Sicher rangieren und verladen

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung registrierte für die Bereiche Betrieblicher Transport und Verladung im Jahr 2020 bundesweit an die 206.000 meldepflichtige und weitere 86 tödliche...

ADR 2023: Änderungen im Gefahrgutrecht–Teil 3

Im Rhythmus von 2 Jahren (alle ungeraden Jahre) werden die Vorschriften für die Beförderung von gefährlichen Gütern auf der Straße geändert beziehungsweise aktualisiert. In dieser...

Ford Trucks auf der IAA TRANSPORTATION: Zukunftsstrategie „Generation – F“

„Loading the Future“ – unter dieses Motto stellte Ford Trucks seinen Auftritt auf der IAA TRANSPORTATION 2022. Das Team von F-Trucks Deutschland war auf...

Mercedes-Benz Trucks: Nachhaltiger Bauverkehr

Mercedes-Benz Trucks präsentiert rein batterie-elektrische Lkw für Bauanwendungen auf der Branchen-Weltleitmesse bauma in München. Ausgewählte Fahrzeuge mit Dieselantrieb für nachhaltigen und sicheren Bauverkehr. Auf der diesjährigen...

DAF XDC und XFC: Baufahrzeuge der neuen Generation

DAF stellt auf der Bauma die neue Generation seiner Baufahrzeuge vor. Der neue DAF XDC und XFC sollen Maßstäbe in Bezug auf Effizienz, Sicherheit...

MAN Truck & Bus: Erste Testfahrten des neuen MAN eTrucks

Der Großserien eTruck von MAN wurde erstmals auf der IAA TRANSPORTATION vor großem Publikum vorgestellt. Der MAN eTruck macht bedeutende Schritte in Richtung Zukunft: Mit...

Mercedes-Benz: Mit 40 Tonnen-eActros-Sattelzug über den Arlbergpass

Mercedes-Benz eActros 300 als Sattelzugmaschine absolviert erfolgreich Tests in den Tiroler Bergen.Teststrecke von 111 Kilometern über Bludenz, Stuben, St. Anton und Lech inklusive dem...