Fliegl: Sonderausführung? Selbstverständlich!

Die Fahrzeugbauer aus Triptis haben einen speziellen Curtainsider individuell nach Kundenwunsch gebaut.

Für Unternehmer Mario Holtewert aus Lippetal-Herzfeld ist es eine Premiere: Der neue SDS 390 RoadRunner ist der erste Fliegl-Trailer im Fuhrpark. „Fliegl waren die einzigen, die den Auflieger so bauen konnten, wie ich es brauche; die anderen Hersteller haben alle abgesagt“, berichtet Holtewert. Tatsächlich weist das Kundenfahrzeug einige Besonderheiten auf, die auf den ersten Blick kaum zu sehen sind: Der Rahmen des Curtainsiders ist an der Front um 40 Zentimeter gekürzt, da Holtewert an der Rückwand seiner Zugmaschine einen Hydrauliktank montiert hat. Auch die Aufsattelhöhe liegt mit 130 Zentimetern leicht über dem Standardmaß, ebenso der besonders große Durchschwenkradius vor den Stützwinden, der nötig ist für den Betrieb mit der 3-Achs-Zugmaschine.

Enorme Vereinfachung der Be- und Entladung

Ein weiteres Feature ist ebenfalls recht speziell, wird den Fahrer aber freuen: Die Heckrungen lassen sich beidseitig um jeweils 40 Zentimeter verbreitern – das erleichtert das Be- und Entladen enorm. „Wir transportieren vor allem große, sperrige Stahlteile und Rohre für den Silo- und Kraftwerksbau. Beladen wird fast ausschließlich mit dem Kran, und das geht nun viel leichter“, sagt Mario Holtewert. Zur Beladung lässt sich das Verdeck wie üblich von hinten nach vorne schieben, zusätzlich jedoch kann es auch vorne geöffnet und nach hinten geschoben werden. Die Seitenplanen sind dank eingeschweißten Horizontal- und Vertikalgurten sehr robust, die Edelstahlspannverschlüsse besonders langlebig. In Verbindung mit den Alu-Einstecklatten ist der SDS 390 RoadRunner nach Code XL zertifiziert, zusätzlich bietet er das Getränkezertifikat gemäß VDI 2700 Blatt 12 ff. Für die vor- und rückwärtige Ladungssicherung sind vier Vario-Stahllatten sowie zwei Vario-Balken an Bord.

Neben der Plane ist der Trailer mit Bordwänden ausgestattet; wegen des kürzeren Rahmens mussten die Ladebordwände an der Front entsprechend angepasst werden – für Fliegl kein Problem. Für besonders hohe Punktlasten ausgelegt ist der 30 Millimeter starke Ladeboden, der auf längs laufenden Unterzügen lagert. Bis zu 7.100 Kilogramm darf die Staplerachslast betragen. Der große Palettenkasten bietet Platz für 24 Paletten, Mario Holtewert nutzt ihn hauptsächlich zum Verstauen von Kanthölzern, die er für die Ladungssicherung benötigt. Damit die Stahlteile jederzeit sicher zum Kunden gelangen, entschied sich der Chef für das Load-Lock-Profil zur Spanngurteinhängung. Durch die vielen Zurrpunkte lassen sich die Gurte hierbei optimal positionieren. Zusätzlich sind weitere 16 Zurrösen mit je 5 Tonnen Zugkraft in den Außenrahmen eingelassen. Für den Fall der (Un-)Fälle hat Fliegl an der Stirnwand des SDS 390 einen Crashblocker verbaut, einen 140 Millimeter hohen Stahlwinkel, der bei einem Unfall das Durchschlagen der Stirnwand verhindert.

Da Holtewert ausschließlich die selbst produzierten Güter ausliefert, bleibt der Trailer auf der Rückfahrt leer – dann zahlen sich die beiden Liftachsen aus, die 1. und 3. Achse können bei Leerfahrten angehoben werden, das verlängert die Lebensdauer der Reifen. Um der Zugmaschine auf losem Untergrund mehr Traktion zu ermöglichen, kann die 1. Achse zum Anfahren auch unter Last angehoben werden; ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h senkt sich die Achse automatisch wieder ab.

Für Arbeitssicherheit sorgt der rutschfeste Heck-Aufstieg, die beiden zusätzlichen LED-Arbeitsscheinwerfer am Heck sorgen für gute Sicht und mehr Sicherheit beim Rangieren. Ein Staukasten und ein Ersatzrad gehören ebenso zur Ausstattung wie die Warntafel sowie weiße Reflexionsstreifen seitlich auf der Plane und rote am Heckportal. Auf den in der Firmenfarbe gelbgrün lackierten Rahmen gibt Fliegl 10 Jahre Gewährleistung gegen Durchrostung. Und wer weiß, vielleicht ergänzt Mario Holtewert seinen Fuhrpark um einen weiteren Fliegl-Trailer – wenn die anderen Hersteller wieder einmal nicht liefern können.

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