Daimler Truck: Mit Wasserstoff-Lkw über den Brenner

Auf dem Weg zum emissionsfreien Transport der Zukunft sind Brennstoffzellen-Prototypen des Mercedes-Benz GenH2 Truck bereits seit 2021 im intensiven Testeinsatz. Auf der IAA TRANSPORTATION demonstrierte der Lkw-Hersteller die Praxistauglichkeit eines voll beladenen 40-Tonen Wasserstoff-Lkw auf öffentlichen Straßen inklusive Betankung.

Ein Mercedes-Benz GenH2 Truck Prototyp absolvierte nun Ende vergangenen Jahres mit der Überquerung des Brennerpasses erfolgreich seine ersten Höhenerprobungen auf öffentlichen Straßen.

Ein Schwerpunkt der Erprobungsfahrten war die Überquerung des Brennerpasses, einer der Hauptschlagadern des europäischen Frachtverkehrs. Allein 2019 wurden rund 40 Millionen Tonnen Fracht per Lkw über die vierspurige Transitroute des 1.370 Meter hohen Alpenübergangs an der Grenze zwischen Österreich und Italien transportiert. Das entspricht knapp 2,5 Millionen Transit-Lkw im Jahr.

Die einzige Emission: Reiner Wasserdampf

Während der einwöchigen Testfahrten überquerten die Daimler Truck-Ingenieure mehrmals mit dem mit typischem Lastgewicht ausgeladenen Brennstoffzellen-Sattelzug den Brenner auf der etwa 120 km langen Autobahnstrecke zwischen Bozen und Innsbruck. Die Emission auf der Fahrt: Es wird lediglich reiner Wasserdampf ausgestoßen!

Fahrten bis auf 2.211 Höhenmeter

Als Stützpunkt für die Versuchsfahrten diente das italienische Bozen, wo sich eine Wasserstoff-Tankstelle von H2 Südtirol befindet. Der Standort liegt ideal, um den Einsatz der Brennstoffzelle auf verschiedenen Höhenniveaus auf Herz und Nieren zu testen. Einer der Höhepunkte der Tests war die Fahrt mit der Sattelzugmaschine bis auf das 2.211 Meter hoch gelegene Penser Joch.

Die Erkenntnisse der ersten Höhenerprobungsfahrten über das Zusammenspiel von Brennstoffzelle und Batterie in anspruchsvoller Topographie sowie über die vorrausschauende Betriebsstrategie auf der Brennerstrecke fließen nun in die weitere Entwicklung hin zum Serienfahrzeug ein. Weitere Erprobungsfahrten im Gebirge sind für das kommende Jahr geplant.

Entwicklungsziel: 1.000 Kilometer Reichweite

Daimler Truck setzt neben wasserstoffbasierten auch auf batterieelektrische Antriebe. Der Mercedes-Benz GenH2 Truck wird für besonders flexible und anspruchsvolle Einsätze, vor allem im wichtigen Segment des schweren Fernverkehrs entwickelt. Entwicklungsziel ist eine Reichweite von 1.000 Kilometern und mehr. Der Serienstart ist für die zweite Hälfte des Jahrzehnts vorgesehen.

Empfohlene Artikel

Eine Antwort hinterlassen

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

siebzehn − 4 =

- Anzeige -
Anzeige: KCN Antirutschboden

Aktuelle Beiträge

BKF.eXpert: Fortbildungen für Referenten

Ausbilder und Ausbilderinnen in der Berufskraftfahrerqualifikation müssen Fortbildungen nachweisen.Diese Fortbildungspflicht ist bereits seit der Änderung des Berufskraftfahrerqualifikationsgesetzes(BKrFQG) vom 13.12.2016 festgeschrieben.BKF.eXpert führt mit großem Erfolg...

Volvo Trucks: Biogas-Lkw für die Langstrecke

Volvo Trucks bringt jetzt einen neuen, leistungsstarken Lkw mit Gasantrieb auf den Markt, der auch mit verflüssigtem Biogas betrieben werden kann. Der neue Lkw...

ADAC Truckservice Pannenratgeber: E-Nutzfahrzeuge sicher bergen

Hat ein Lkw mit elektrischem Antrieb einen Unfall, müssen Pannenhelfer und Bergungskräfte besonders wachsam sein. Denn es besteht die Gefahr, dass der Akku Feuer...

KrFArbZG: Selbständige Kraftfahrer

Der akute Fahrermangel in den Transportunternehmen, der sich nach Meinung der Fachverbände in Deutschland noch verschärfen wird, ruft verstärkt den selbständigen Kraftfahrer auf den...

Daimler Buses: Expert-Handling-Training von Omniplus

Damit Busfahrer von Setra TopClass und ComfortClass-Reisebussen das gesamte Potenzial der technischen Systeme voll ausnutzen können, empfiehlt sich das Expert- Handling-Training der Servicemarke Omniplus...

Remondis Rheinland: Eigene Fahrschule „REDRIVE“

Die Remondis GmbH Rheinland hat mit der Gründung der REDRIVE GmbH den konsequenten Weg der Steigerung der Ausund Weiterbildung von Kraftfahrern weiterverfolgt. Die Gründung der...

ADR 2023: Änderungen im Gefahrgutrecht – Teil 4

Im Rhythmus von 2 Jahren (alle ungeraden Jahre) werden die Vorschriften für die Beförderung von gefährlichen Gütern auf der Straße geändert beziehungsweise aktualisiert. In dieser...