Daimler Truck: Straßengütertransport heute und in Zukunft

Unter dem Titel „Shaping the Now and Next“ hat Daimler Truck mehrere Fahrzeug-Neuheiten sowohl aus dem klassischen Diesel-Segment als auch vollelektrische Alternativen vorgestellt.

Daimler Truck bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen. Ein CO2-neutraler Transport auf den Straßen bis 2050 ist das Ziel. „Bei Mercedes- Benz Lkw arbeiten wir mit Hochdruck daran, den Straßen-Gütertransport lokal CO2-neutral zu machen. 2030 wollen wir in Europa mehr elektrische Lkw verkaufen als nicht-elektrische“, gibt Karin Rådström, Vorstandsmitglied der Daimler Truck AG, verantwortlich für Mercedes-Benz Trucks, während der Veranstaltung „Shaping the Now & Next 2021“ als Ziel für die nächsten Jahre aus. „Um das zu schaffen, gibt es nicht die eine perfekte Lösung, keinen Königsweg. Mit Blick auf die vielen unterschiedlichen Anwendungsfälle unserer Kunden folgen wir einer Doppelstrategie – wir entwickeln batterie-elektrische und wasserstoffbetriebene Lkw. Aber es gibt noch viel mehr zu tun – sowohl in Sachen Infrastruktur als auch mit Blick auf verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen.“

Bereits komplett elektrifiziert und lokal CO2-neutral sind der im Juni 2021 vorgestellte und seit Oktober 2021 in Wörth in Serie produzierte eActros für den schweren Verteilerverkehr sowie der in der zweiten Jahreshälfte 2022 folgende eEconic für den Kommunaleinsatz.

Für 2024 ist die Serienreife für den ebenfalls batterieelektrischen eActros LongHaul mit einer Reichweite von etwa 500 Kilometern geplant und 2027 sollen erste Serienfahrzeuge des GenH2 Truck mit wasserstoffbasiertem Brennstoffzellen- Antrieb an Kunden übergeben werden. Dieser soll sogar eine Reichweite von bis zu 1.000 Kilometer erreichen. Beide Fahrzeuge ermöglichen dann auch im Fernverkehr den lokal CO2-neutralen Straßengütertransport. Andreas von Wallfeld, Leiter Vertrieb, Marketing & Services Mercedes-Benz Lkw. „Um echte Partner zu sein, tun wir vor allem zwei Dinge: Erstens hören wir genau zu, was unsere Kunden uns sagen. Zweitens entwickeln wir unsere Lkw – ob klassischer Diesel oder elektrifiziert – und Dienstleistungen so, dass sie dem einen Zweck dienen: zum Erfolg unserer Kunden beizutragen.“

Shaping the Now & Next 2021

Beim Mercedes-Benz Trucks-Event „Shaping the Now & Next 2021“ informierte der Hersteller nicht nur über vollelektrische Fahrzeuge, sondern stellte auch Beratungsdienstleistungen wie das eConsulting sowie strategische Partnerschaften rund um Themen wie Flottenintegration, Ladeinfrastruktur und Netzanbindung vor. Zudem zeigte Mercedes-Benz Trucks seine neuesten Modelle aus dem klassischen Diesel-Segment wie Actros F, Actros L und Edition 2.

Die Frage nach der für den jeweiligen Einsatzzweck richtigen Antriebstechnologie muss für die gesamte Nutzungszeit durchkalkuliert werden. Denn die neuen elektrisch angetrieben Fahrzeuge sind mit zahlreichen Herausforderungen zum Beispiel im Hinblick auf Flottenintegration, Ladeinfrastruktur oder Netzanbindung verbunden.

Hierzu bietet Mercedes-Benz Trucks Beratungsund Serviceangebote sowie digitale Lösungen für eine hohe Fahrzeugnutzung und für eine Optimierung der Gesamtkosten. So soll zum Beispiel anhand bestehender Fahrstrecken ein möglichst realistisches und aussagekräftiges Nutzungsprofil von elektrischen Lkw für den jeweiligen Kunden ermittelt werden. Ebenfalls Bestandteil des sogenannten eConsulting sind neben der Elektrifizierung des Betriebshofs auch alle Fragen der Planung, Beantragung und Umsetzung rund um die Ladeinfrastruktur sowie die Netzanbindung. Mercedes-Benz Trucks hat dafür eine Partnerschaft mit Siemens Smart Infrastructure, ENGIE und EVBox Group geschlossen. Auch gibt Mercedes-Benz Trucks auf Wunsch Hilfestellung bei der Identifikation möglicher öffentlicher Förderungen von Infrastruktur und Fahrzeugen.

Drei Antriebstechnologien

Während der Veranstaltung wurde das gesamte aktuelle Fahrzeugangebot, sowie auch Prototypen zukünftiger Generationen gezeigt. Neben den klassischen Diesel-Lkw waren dies Fahrzeuge mit batterieelektrischen Antrieben sowie, als Alternative vor allem für den Fernverkehr, Lkw mit wasserstoffbasiertem Brennstoffzellenantrieb.

Bei den klassischen Actros waren es vor allem der Actros L sowie das auf 400 Exemplare limitierte – und bereits ausverkaufte – Sondermodell Edition 2. Beide gehören zum absoluten Premium-Segment. Die verbesserte Kabinen-Schalldämmung mindert beim Actros L unerwünschte Störgeräusche und trägt so vor allem in den Ruhezeiten zur Entspannung bei. Zudem wurde die Sitzposition nochmals optimiert. Ein großer Sicherheitsmehrwert sind die optional erhältlichen, neu designten LED-Scheinwerfer durch ihre im Vergleich zu Xenon-Scheinwerfern höhere Lichtstärke. Auch wenn das Ende der Diesel-Lkw spätestens im Jahr 2039 zu erwarten ist, werden bei Daimler Truck die Verbrenner weiterentwickelt.

Assistenzsysteme für die Sicherheit

Aktive Sicherheitsassistenzsysteme sollen zu einem möglichst sicheren Straßenverkehr beitragen. Neben dem Spurhalte-Assistenten, dem Abstandshalte-Assistenten sowie der MirrorCam anstelle von Haupt- und Weitwinkelspiegel, gibt es noch weitere sicherheitstechnische Angebote. Beispiele dafür sind der für den Actros L optional erhältliche Mercedes-Benz Abbiege-Assistent S1X sowie der Active Drive Assist der zweiten Generation (ADA 2). Den Active Brake Assist (ABA) gibt es mittlerweile in der fünften Generation mit Fußgängererkennung.

Ein ganz besonderes Fahrerlebnis

Während der Veranstaltung standen die neuen Fahrzeuge für Testfahrten bereit. Dabei offenbarte der eActros als 26-Tonner ein ganz besonderes Fahrerlebnis. Nahezu lautlos setzt er sich in Bewegung. Dabei ist die Kraftentfaltung schon oder gerade beim Anfahren bemerkenswert.

Aus dem Stand werden die 26 Tonnen extrem nachdrücklich beschleunigt. Dies geschieht sehr gleichmäßig und ruckfrei. Zusammen mit der Ruhe im Fahrerhaus ist das für den Fahrer ein echter Komfortgewinn. Nach etwas Gewöhnung und entsprechender Einstellung kann der eActros sogar fast nur mit dem Fahrpedal beschleunigt und auch verzögert werden. Das Fahrzeug erkennt durch die Intensität und durch die Geschwindigkeit, mit der die Pedalstellung verändert wird, ob und wie verzögert werden soll. So erübrigt sich oft der Tritt auf die Bremse. Für den schweren Verteilerverkehr hat Daimler Truck damit einen echten, in der Praxis bewährten Zukunfts-Lkw bereits heute im Angebot. Ab 2024 wird dann der ebenfalls batterieelektrische eActros für den Fernverkehr mit einer Reichweite von rund 500 Kilometer ausgeliefert werden.

Intensive Testfahrten absolviert auch schon der auf Basis von Brennstoffzellen und Wasserstoff angetriebene GenH2 Truck. Und das fast geräuschlos und emissionsfrei. Das einzige Zeichen, das der Antrieb sendet, sind einige kleine weiße Wölkchen. Dabei handelt es sich aber nur um reinen, völlig unschädlichen Wasserdampf. Der GenH2 Truck wird laut Daimler Truck mit Reichweiten von bis zu 1.000 Kilometer die Zukunft im Fernverkehr sein. Kundenerprobungen wird es ab 2023 geben und die ersten Serienfahrzeuge sind für 2027 geplant.

Somit hat Daimler Truck nicht nur für die aktuellen Anforderungen die jeweils passenden Fahrzeuge, sondern es gibt auch einen klaren Ausblick, wie der Straßengüter-Verkehr in der Zukunft aussehen wird.


Horst Hendrisch

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