Nach den hohen Rückgängen im Vorjahr stand die Güterverkehrsnachfrage in Deutschland im Jahr 2024 erneut unter dem Einfluss einer leicht schrumpfenden Wirtschaftsleistung.
Diese traf vor allem die Straße. Im Straßengüterverkehr mit deutschen Lastkraftfahrzeugen sank die Verkehrsleistung im Vergleich zum Jahr 2023 um rund 1,9 %, im Schienengüterverkehr und in der Binnenschifffahrt stieg sie hingegen um rund 0,8 % bzw. rund 4,7 %.
Ausweitung der Mautpflicht
Bleibt die Ausweitung der Mautpflicht auf Fahrzeuge, deren technisch zulässige Gesamtmasse mehr als 3,5 t und weniger als 7,5 t beträgt, zum 01.07.2024 außer Betracht, sanken die mautpflichtigen Fahrleistungen gebietsfremder Lastkraftfahrzeuge in Deutschland im Jahr 2024 im Vorjahresvergleich um rund 0,4 %.
Den Straßengüterverkehr mit deutschen Lastkraftfahrzeugen kennzeichneten im Jahr 2024 abermals Leistungsrückgänge im gewerblichen Verkehr und im Werkverkehr. Vor allem der Binnenverkehr und hier insbesondere der Nahbereich verzeichneten angesichts der anhaltend schwachen Baukonjunktur im Vergleich zum Jahr 2023 Abnahmen.
Der grenzüberschreitende Verkehr ging in Summe ebenfalls zurück. Trotz der neuerlichen Nachfragerückgänge stiegen die Umsätze im Wirtschaftszweig „Güterbeförderung im Straßengüterverkehr, Umzugstransporte“ im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,8 %; im Wirtschaftszweig „Sonstige Dienstleistungen für den Verkehr“ um rund 4,7 %.
Problem: Kosten für Leerkilometer
Maßgeblich hierfür war der deutliche Anstieg der Vertragsfrachten zu Jahresbeginn 2024 infolge der Mauterhöhung zum 01.12.2023. Während die höheren Mautkosten für Lastkilometer seitens der Transportwirtschaft an die verladende Wirtschaft überwiegend nahezu vollständig weiterbelastet werden konnten, gestaltete sich die Weitergabe der Mautkostensteigerungen für Leerkilometer wesentlich schwieriger.
Belastungen der Liquiditätslage
Die mautinduzierten Anpassungen der Frachtraten führten zudem zu einer geringeren bzw. fehlenden Akzeptanz der verladenden Wirtschaft, Steigerungen bei weiteren Kostenarten in Form höherer Entgelte zu vergüten. Die Mauterhöhung führte nach Angaben der befragten Unternehmen sowohl direkt als auch indirekt zu hohen Belastungen der Liquiditätslage. Unsichere Konjunkturaussichten, fehlende Planungssicherheit, z.B. bezüglich künftiger Antriebskonzepte, Finanzierungskosten und weitere Belastungen der Liquiditätslage, z.B. durch teils zu beobachtende Verlängerungen von Zahlungszielen oder Zahlungsausfälle insolventer Auftraggeber, hemmten die Investitionstätigkeit des Gewerbes.
Renditen unter Druck
Die Renditen im Güterkraftverkehrsgewerbe gerieten im Jahr 2024 ebenso wie die Ertragslage weiter unter Druck. Nicht wenige Unternehmen beendeten das Jahr 2024 finanziell angeschlagen, die Insolvenzverfahren nahmen stark zu. Nicht wenige Unternehmen betrieben Kapazitätsabbau; ausscheidende Fahrerinnen und Fahrer wurden häufiger nicht mehr ersetzt, Fahrzeuge bei ausbleibenden Aufträgen schneller als früher dauerhaft reduziert bzw. vorübergehend abgemeldet. Branchenintern kam es vermehrt zu Unternehmensübernahmen.


