Scania erweitert sein Angebot im Bereich der Elektromobilität um zwei Neuerungen: Ab sofort sind das neue unter dem Fahrerhaus angeordnete Batteriemodul sowie das Megawatt Charging System (MCS) weltweit bestellbar.
Beide Entwicklungen sollen den Einsatz batterieelektrischer Lkw insbesondere im schweren Fernverkehr wirtschaftlicher und praxisgerechter machen.
Durch die neue Anordnung der Batterien unter dem Fahrerhaus lässt sich die verfügbare Batteriekapazität künftig besser an den jeweiligen Transportauftrag anpassen. Gleichzeitig bleibt mehr Platz am Fahrzeugrahmen für Aufbauten erhalten – ein wichtiger Vorteil beispielsweise bei Spezialfahrzeugen oder Sattelzugmaschinen. Nach Angaben von Scania wird damit der häufige Zielkonflikt zwischen großer Reichweite und möglichst hoher Nutzlast deutlich entschärft.
Je nach Einsatzprofil sollen mit der neuen Batteriekonfiguration Reichweiten von deutlich über 800 Kilometern pro Ladung möglich sein. Gleichzeitig können Transportunternehmen künftig gezielter entscheiden, welche Batteriekapazität tatsächlich benötigt wird.
Batteriekapazität passend zum Einsatz wählen
Scania weist darauf hin, dass maximale Batteriekapazitäten nicht zwangsläufig die wirtschaftlichste Lösung darstellen. Viele Transportaufträge erfordern keine Reichweiten von 500 Kilometern oder mehr. Werden unnötig große Batterien verbaut, erhöhen sich Fahrzeuggewicht und Anschaffungskosten, ohne dass daraus ein praktischer Nutzen entsteht.
Durch die seit 2025 geltende Anhebung des zulässigen Gesamtgewichts für emissionsfreie Fahrzeuge innerhalb der EU kann Scania zudem eine Batterie mit einer nutzbaren Kapazität von 400 kWh und einer typischen Reichweite von rund 360 Kilometern anbieten, ohne dass die Nutzlast gegenüber konventionellen Fahrzeugen reduziert werden muss – bis zur gesetzlich zulässigen Gesamtzugmasse.
Megawatt Charging System verkürzt Ladezeiten
Ergänzend führt Scania das Megawatt Charging System (MCS) ein. Das Hochleistungsladesystem ermöglicht deutlich kürzere Ladezeiten und soll eine auf den jeweiligen Transportauftrag abgestimmte Ladeplanung erleichtern.
Nach Angaben von Scania kann beispielsweise während der gesetzlich vorgeschriebenen Lenkzeitunterbrechung der Ladezustand von etwa 20 auf 75 Prozent erhöht werden. Diese Energiemenge reicht in vielen Fällen aus, um das Fahrzeug inklusive Ladung bis zum Ziel zu bringen.
Weitere Ladevorgänge können anschließend am Zielstandort oder auf der Rückfahrt erfolgen.
Aus Sicht von Scania ermöglicht diese Strategie häufig den Einsatz kleiner dimensionierter Batterien, was sowohl Investitionskosten als auch Betriebskosten reduzieren kann.
Komplettes Elektrifizierungskonzept
„Das neue Batteriemodul unter dem Fahrerhaus schafft zusätzliche Freiheiten bei der Fahrzeugkonfiguration“, erklärt Tobias Ejderhamn, Global Manager Transformation & New Business bei Scania. In Verbindung mit einer passenden Batteriekonfiguration, dem neuen MCS-Ladesystem sowie den Ladelösungen von Erinion oder dem Angebot Scania Charging Access lasse sich der Zielkonflikt zwischen Reichweite und Nutzlast deutlich entschärfen.
