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Kippsattelauflieger von Kempf, Meiller und Schmitz Cargobull: Die Drei von der Baustelle

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Im direkten Kipp-Vergleich: Versionen von Meiller (links) und Kempf (rechts).

Wenn neue Fahrzeuge angeschafft werden, gibt es meist mehrere Alternativen und die müssen vorher gründlich verglichen werden. Unser Spezialist für Baufahrzeuge, Günter Willwert, hat drei Kippsattelauflieger speziell im Hinblick auf praxisrelevante Gesichtspunkte bewertet.

Bei der Firma Franz Lehnen aus Sehlem stehen mehrere Kippsattelanhänger zum Kauf an. Vorher wollte das Tief- und Straßenbau Unternehmen die Kippsattelanhänger, die zur engeren Wahl standen, Probe fahren und vergleichen. Kempf, Meiller und Schmitz Cargobull – das sind die Hersteller, deren Kippsattelauflieger hier vorgestellt werden.

Kleine, aber feine Unterschiede

Beim Meiller war die Beschaffung des Testfahrzeugs einfach, weil von diesem Hersteller schon neue Fahrzeuge im Fuhrpark von Lehnen eingesetzt werden. Fahrzeuge von Kempf und Schmitz Cargobull wurden angemietet. Deshalb sind sie in Sachen Materialstärken und optionalem Zubehör nicht zu hundert Prozent vergleichbar. Es werden zwar nicht Äpfel mit Birnen verglichen, jedoch gibt es auch zwischen Äpfeln kleine, aber feine Unterschiede.

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Im Schmitz Cargobull-Mietpark konnte beispielsweise zum Testzeitpunkt nicht auf eine Thermo-Mulde zugegriffen werden. Trotzdem konnte die Mulde bewertet werden – es wurde ja kein Asphalttransport mit anschließender Temperaturmessung durchgeführt. Unterschiedliche Achsen Bei den Testaufliegern handelte es sich um Stahl-Rundmulden mit Stahl-Chassis. Sie waren mit verschiedenen Achsen ausgerüstet: Meiller mit BPW-Achsen, Schmitz Cargobull mit ihren eigenen Rotos-Achsen und Kempf mit SAF-Achsen.

Auch beim Volumen der Kipperbrücken gab es kleine Unterschiede: Beim Meiller 25 Kubikmeter, beim Schmitz Cargobull 28 Kubikmeter und beim Kempf 24 Kubikmeter.

Zum Abdecken der Ladung war beim Kempf eine Rollplane und eine Arbeitsbühne montiert. Meiller und Schmitz Cargobull hatten elektrische Schiebeverdecke.

Im Einsatz: Schmitz Cargobull-Kippsattel

Ähnliche Gewichte

Der Kempf-Auflieger war mit Alufelgen ausgerüstet, bei Schmitz Cargobull und Meiller waren Stahlfelgen montiert. Im wichtigen Kriterium Nutzlast kann man die drei Testkandidaten nur grob vergleichen, weil verschiedene Materialstärken, optionales Zubehör und die Kippmulden-Größen eine entscheidende Rolle spielen. In der von uns getesteten Ausführung hatte der Meiller-Auflieger ein Leergewicht von 6,44 t, die Kempf-Variante 6,42 t und der Schmitz Cargobull wog 6,26 t. Beim Schmitz Cargobull dürfte die größere Kippmulde die Thermoisolierung von Meiller und Kempf in etwa ausgleichen. Somit liegen die drei Testprobanden erstaunlich nah beieinander.

Die Stahl-Rundmulden, das Fahrwerk, die Verarbeitung, die Bedienung und das Fahrverhalten konnte man beim Praxistest einfacher bewerten. Soviel vorab: Jeder hat seine Stärken und es wurden nur wenige Schwächen festgestellt.

Da wir unsere Praxistests für Baufahrzeuge bei der Fa. Lehnen durchführen, nutzten wir die Gelegenheit und konnten die Kippsattelanhänger ausgiebig Probefahren und vergleichen. Typische Kaufkriterien sind geringes Eigengewicht und hohe Fertigungsqualität bei gleichzeitig gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Thema: Bodenfreiheit

Bei Straßenkippern ist das Thema Bodenfreiheit normalerweise nicht so entscheidend, bei der Fa. Lehnen jedoch schon. Dort müssen die Kippauflieger öfter auch tief in die Kiesgruben, in denen Schlamm und Furchen an der Tagesordnung sind. Deshalb gefällt uns in dieser Hinsicht die Lösung von SAF mit den im Längsträger integrierten Bremszylindern besser als das BPW-Pendant, bei dem der Zylinder stets der tiefste Punkt ist. Gleiches gilt für die Achslifte, die jedes der vorgestellten Testfahrzeuge mit an Bord hatte. Beim Schmitz Cargobull mit seinem ROTOS-Agregat sitzen die Bremszylinder, sowie die beiden Achsliftbälge, leidlich geschützt und nicht ganz so tief wie bei BPW.

Die Kippzeiten sind beim Schmitz und beim Kempf in etwa gleich, beim Meiller wesentlich kürzer.
Universell einsetzbar

Eine Standard-Version im Tief- und Straßenbau ist das Stahlchassis mit Stahlrundmulde und Thermo-Verkleidung. In dieser Konfiguration kann man von Felsbrocken bis Sand alles fahren – natürlich mit kleinen Einschränkungen bei der Nutzlast.

Unterschiede bei den Kippmulden

Bei den Kippmulden gibt es kleine Unterschiede. Schmitz Cargobull hat eine ganz leichte Rundung im Bodenbereich auf 2,10 m. Beim Meiller ist der Bodenbereich auf 1,60 m leicht gerundet während beim Kempf die Rundung stärker ausgeprägt ist. Die flache Stelle am Boden ist dort nur 70 cm breit und geht dann mit schmalen Blechen weiter, was eine sehr gute Versteifung ergibt. Die bauchige Form im oberen Bereich bewirkt einen guten Materialabfluss.

Die Kempf-Rundmulde überzeugt insgesamt mit einem Vorsprung bei der Stabilität.

Die Kippmulden von Schmitz Cargobull und Meiller sind die Preis-Leistungs-Sieger. Beide kommen aus einer Fahrzeugfertigung, die kostengünstiger in der Herstellung sein kann. Beide unterscheiden sich nur geringfügig in Details. Bei dem von uns gefahrenen Meiller-Kipper gefällt die Qualität einiger Details etwas besser als beim Testkandidat von Schmitz Cargobull, dafür kann der Schmitz Cargobull mit der Option punkten, das drei verschiedene Achsen und optional auch ein verzinkter Rahmen gewählt werden können.

Letztendlich ist unser Vergleich nur eine Momentaufnahme. Welche der drei Versionen tatsächlich die beste Kippmulde ist, lässt sich erst nach seiner Einsatzzeit im Unternehmen sagen. Abgerechnet wird bekanntlich immer erst zum Schluss.

Günter Willwert

Kempf SKM 36/3 SRi

Der Kempf-Kippsattelauflieger zeichnet sich durch eine sehr hohe Qualität auch in Details aus.

Vorteile:

  • Ausgewogenes Fahrverhalten leer wie beladen, keine Wankbewegungen
  • Stabile Mulde durch schmale Hardox-Platten am Muldenboden
  • Leicht bauchige Seitenwände der Mulde für einen besseren Materialabfluss
  • Stabil gekanteter Obergurt der Mulde für Steifigkeit, sehr kippstabil
  • Perfekt dosierbare Bremsanlage
  • Erstklassige Komponenten
  • Rollplane gut zu bedienen
  • Kurzer Unterfahrschutz, leichtgängig, geringe Verschmutzung
  • Welle und Gelenke abschmierbar
  • Sehr guter Ein- und Ausstieg aus der Mulde
  • Sehr gute LED-Beleuchtung mit Arbeitsscheinwerfer, der auch zusätzlich als Rückfahrscheinwerfer genutzt werden kann
  • Doppelgelenk in solider Ausführung
  • Sehr gut vorbereitet für den Asphaltfertiger-Einsatz
  • Gute Handhabung der Stützen
  • Durchdachte Konstruktionsdetails

Nachteil:

  • Hochpreisig

Meiller MHPS44.3-N

Bewährt und solide: Der Meiller-Kippsattelauflieger

Vorteile:

  • Solider Kipper in guter Verarbeitung
  • Gutes Fahrverhalten
  • Gutes Bremsverhalten
  • Inspektionsleiter an der Stirnseite
  • Guter Ein- und Ausstieg in die Mulde mit stabilen Haltebügeln
  • Stabilität durch versteiften Rahmen
  • Sauber verlegte Verkabelung
  • Mit Wellschlauch geschützte Bremsleitungen
  • Solides, elektrisches Schiebeverdeck
  • Verschlusshaken der Heckklappe schwenken beim Ankippen seitlich in den Rahmen
  • Gute LED-Beleuchtung
  • Schnelle Kippzeiten

Nachteil

  • Doppelgelenk der Heckklappe kann nicht abgeschmiert werden

Schmitz Cargobull MHPS44.3-N

Solider Allrounder aus Gotha: Kippsattelauflieger von Schmitz Cargobull

Vorteile:

  • Massives Kipplager um Verdrehungen des Chassis beim Kippen zu vermeiden
  • Leicht gerundeter Muldenboden mit tiefem Schwerpunkt
  • Stabiler Obergurt nach innen abgeschrägt
  • Sehr gutes Fahrverhalten
  • Laufruhige Rotos-Achsen mit gutem Bremsverhalten
  • Kabel sauber verlegt mit Kabelhalter
  • Unterfahrschutz mit sehr guter Bedienung
  • Viele einzelne Gummis für die Brückenauflage
  • Gut zugänglicher Nachsteller vom Klappenverschluss
  • Optional 3 Achsen im Programm
  • Stabiles Doppelgelenk zum Abschmieren
  • Großer Spalt bei angehobener Kippbrücke um die Heckklappe von innen zu säubern
  • Hardox-Qualität

Nachteile:

  • Entriegelung der Leiter zur Kontrolle der Beladung nur beidhändig möglich
  • Ausstieg aus Mulde nur rechts ohne Haltegriff
  • Bremsleitungen nicht mit Wellschlauch umwickelt
  • Schmutzfängerbefestigung unterdimensioniert

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