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ZF: Neueste Sicherheits- und Fahrdynamiksysteme

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Andreas Moser und Ivan Brajdic zeigen, wie ZF-Innovationen Mehrwert für Nutzfahrzeugkunden schaffen.
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ZF gibt auf seiner Teststrecke nahe Hannover im Vorfeld der IAA Transportation 2026 einen Ausblick auf die nächste Generation von Sicherheits- und Fahrdynamik­systemen für Nutzfahrzeuge. Im Fokus stehen Lösungen, die bereits heute Effizienz- und Sicherheitsvorteile bringen.

„Die Vision für das Nutzfahrzeug der Zukunft ist definiert, der Weg dorthin verläuft jedoch schrittweise und nicht linear“, sagt Andreas Moser, Mitglied des Vorstands der ZF Friedrichshafen AG und Leiter der Division Commercial Vehicle Solutions. „Mit unseren Technologien unterstützen wir unsere Kunden dabei, heute messbare Verbesserungen zu erzielen und gleichzeitig die Basis für eine skalierbare Transformation in Richtung null Unfälle und null Emissionen zu schaffen.“

Softwaredefinierte Fahrzeugarchitektur

ZF sieht für Nutzfahrzeuge grundlegende Unterschiede in den Anforderungen im Vergleich zum Pkw-Segment: Aspekte wie Produktivität, Gesamtbetriebskosten, Lebenszyklusmanagement und Nachrüstbarkeit stehen stärker im Vordergrund. Nutzfahrzeuge stehen folglich vor immer komplexeren Herausforderungen, müssen dabei aber sicher, effizient und wirtschaftlich bleiben.

„Software und vernetzte Systemintelligenz werden zu den Schlüsselfaktoren, um das Poten­zial von Nutzfahrzeugen auf eine neue Ebene zu heben“, so Ivan Brajdic, Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung, Commercial Vehicle Solutions Division. „Unser Ansatz für software- und funktionsgesteuerte Nutzfahrzeuge ist evolutionär, nicht revolutionär. Wir kombinieren ­unser System-Know-how in den Bereichen ADAS, Bremssysteme, elektrifizierte Antriebsstränge, Lenkung und Fahrwerk mit einer Weiterentwicklung der E/E- und Softwarearchitekturen, um Fahrzeuge über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg kontinuierlich sicherer, effizienter und verfügbarer zu machen.“

Um den Praxiseinsatz zu ermöglichen, verfolgt ZF einen Ansatz, der neben Skalierbarkeit, regu­latorischer Anschlussfähigkeit und niedrigen Gesamtbetriebskosten vor allem die intelligente Koexistenz unterschiedlicher E/E- und Softwarearchitekturen berücksichtigt. Damit können Kunden ihre Fahrzeuge weiterentwickeln, ohne bestehende Plattformen oder Betriebs­modelle zu beeinträchtigen.

Von individuellen Funktionen zu skalierbarer 360°-Sicherheit

ZF zeigt, wie sich einzelne Fahrerassistenz­funktionen zu einem ganzheitlichen, systembasierten Sicherheitsansatz weiterentwickeln. Skalierbare Radar- und Kamerasysteme ermöglichen eine durchgängige 360‑Grad-Wahr­nehmung rund um Zugfahrzeug und Anhänger und reduzieren so tote Winkel signifikant im Einklang mit der langfristigen Vision von null Unfällen.

Durch die enge Integration von Assistenzsystemen, Bremssystemen und Lenkung entsteht ein vernetztes Sicherheitsökosystem, das unterschiedliche Funktionen intelligent miteinander verbindet. Grundlage ist eine neue ADAS-Architektur, die Sensorik über den gesamten Fahrzeugzug hinweg vernetzt und so eine höhere Skalierbarkeit sowie einen klaren Entwicklungspfad in Richtung weitergehender Automatisierung ermöglicht.

Der systemische Ansatz geht dabei über das Zugfahrzeug hinaus: Integrierte Trailer-Lösun­gen erweitern die Sicht entlang der gesamten Fahrzeugkombination und verbessern die Sicher­heit beim Rangieren oder Abbiegen. Beim Rückwärtsfahren können Assistenzsysteme Hindernisse hinter dem Anhänger erkennen und bei Bedarf automatisch eingreifen, um Kollisionen zu vermeiden – wie etwa auf dem Betriebshof.

Ergänzend erhöht ein Aufmerksamkeitsüberwachungssystem die Sicherheit im Straßenverkehr, indem es Ablenkung und Ermüdung des Fahrers erkennt und frühzeitig warnt. In niedrigen Geschwindigkeitsbereichen unterstützen zusätzliche Assistenzfunktionen mit Warn- und Bremseingriffen insbesondere beim Abbiegen oder Anfahren und tragen so zum Schutz von Fußgängern oder Radfahrern bei.

Darüber hinaus erkennt Rescue Assist heran­nahende Einsatzfahrzeuge frühzeitig mithilfe der akustischen Sirenenerkennung.

„Rescue Assist“ erkennt Einsatzfahrzeuge frühzeitig durch akustische Sirenenerkennung.

Sicherheit und Effizienz für den Busbetrieb

Speziell für den urbanen Einsatz zeigt ZF Lösungen für Stadtbusse, die Sicherheit, Effizienz und Komfort gleichermaßen verbessern. Mit City Bus CMS setzt ZF auf ein Notbremsassistenzsystem mit busspezifischem Bremskonzept, welches Kollisionen reduziert und gleichzeitig Fahrgäste – insbesondere stehende Personen – besser schützt.

City Bus Assist unterstützt präzise Haltestellenanfahrten, indem es den Fahrer bei der Lenkung assistiert und Bordsteinabstände und -höhen durch Sensorik erkennt. Dadurch lassen sich Schäden an Infrastruktur und Fahrzeug reduzieren und die Verfügbarkeit erhöhen. Zusätzlich ermöglicht die integrierte Steuerung von Fahrwerksfunktionen automatisierte Absenkbewegungen und ermöglicht so einen einfachen, barrierefreien Fahrgastwechsel.

Ergänzend steigert das adaptive Dämpfungssystem CDC Skyhook den Fahrkomfort und die Stabilität, indem es die Dämpfereigenschaften in Echtzeit anpasst. Das trägt insbesondere in komplexen städtischen Verkehrssituationen zu einem ruhigeren und sichereren Fahrverhalten bei.

Flexibler Weg zur Elektrifizierung

ZF unterstreicht, dass der Übergang zu emissionsfreien Nutzfahrzeugen nicht mit einer einheitlichen Technologie erfolgen kann. Stattdessen verfolgt das Unternehmen einen pragmatischen Ansatz, der unterschiedliche Anwendungsfälle berücksichtigt. Das Portfolio reicht von Hybridlösungen wie das auto­mati­sierte Getriebe TraXon 2 Hybrid, welches sowohl Vollhybrid- als auch Plug-in-Hybrid-Anwendungen mit einem hocheffizienten P2-Layout unterstützt, bis hin zu modularen elektrischen Antriebssystemen. Dazu gehören unter anderem elektrische Zentralantriebe (CeTrax 2 und CeTrax 2 Dual) und elektrische Achssysteme (AxTrax 2, AxTrax 2 dual, AxTrax 2 LF), die eine Integration in bestehende Fahrzeugplattformen ermöglichen.

Dieser modulare Ansatz erlaubt es Herstellern, bestehende Fahrzeugarchitekturen schritt­weise zu elektrifizieren – bei gleichzeitigem Schutz getätigter Investitionen. Für Flotten bedeutet das eine verbesserte Wirtschaftlichkeit durch höhere Effizienz und niedrigere Gesamt­betriebs­kosten während der Transformation. Die elektrischen Achssysteme von ZF unterstützen zudem die Elektrifizierung von Anhängern und tragen so zur Steigerung der Effizienz und Reduzierung der Emissionen bei. Darüber hinaus nutzt ZF Synergien zwischen seinen Brems- und Antriebslösungen in allen Fahrzeugsegmenten optimal aus.

TraXon 2 Hybrid unterstützt die nächste Dekade des elektrifizierten Verkehrs durch Anfahrunterstützung, Energierückgewinnung und flexible Fahrmodi. So senkt es den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen, ohne dabei Abstriche bei Leistung und Zuverlässigkeit zu machen, und dient als praktische, kosteneffiziente Lösung auf dem Weg zur vollständigen Elektrifizierung.

ZF treibt die Elektrifizierung auch über den Antriebsstrang hinaus voran. Der ölfreie Kompressor e-comp Scroll sorgt für eine energieeffiziente, geräuscharme Drucklufterzeugung – weiterhin essenziell für Funktionen wie Bremsen und Fahrwerk in elektrifizierten Nutzfahrzeugen. Gleichzeitig verbessert er die Luftqualität, schützt Komponenten langfristig und vermeidet Ölverunreinigungen.

CDC Skyhook passt die Dämpfung in Echtzeit an Straßenbedingungen an und verbessert Komfort und Stabilität.

Software als Schlüssel für neue Funktionen

ZF versteht Software und vernetzte System­intelligenz als zentrale Grundlage für neue Nutzfahrzeug-Funktionen. Fahrzeugarchitekturen entwickeln sich zunehmend hin zu serviceorientierten Systemen, die Konnektivität, flexible Funktionen und automatisierte Abläufe ermöglichen. Bestehende Hardware kann dabei über Software gezielt erweitert werden.

ZF zeigt Anwendungen wie die nahtlose Vernetzung von Zugmaschine und Anhänger, die auto­matische Konfiguration auf dem Betriebshof, sowie sicherheitsrelevante Funktionen – etwa Notfallstopps per Bluetooth-Signal, die durch die von Hofmitarbeitern getragenen Westen ausgelöst werden, oder den Fernzugriff auf Fahrzeugsicherheitsfunktionen wie die Handbremse.

Auch Trailer-Technologien werden stärker inte­griert: Funktionen wie die Steuerung aus der Fahrerkabine oder assistierte Rampenanfahrten verbessern Effizienz und Bedienbarkeit entlang des gesamten Transportprozesses.

Insgesamt werden Nutzfahrzeuge so Teil vernetzter Logistikökosysteme, in denen Software zusätzliche Potenziale bei Effizienz, Verfügbarkeit und Sicherheit erschließt. ZF-Serientechnologien können bereits heute in serviceorien­tierten Architekturen zur Optimierung von Güter- und Personenverkehr genutzt werden.

Ausblick auf die IAA Transportation 2026

Die beschriebenen Technologien geben einen Ausblick auf den IAA-Auftritt von ZF: Vom 15. bis 20. September 2026 zeigt das Unter­neh­men seine Lösungen in Hannover in Halle 21, Stand B42.

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